Kompetenzorientiertes Lernen, was ist das?

Die enormen Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt, erfordert auch ein Umdenken an den Schulen. Ein erlernter Beruf wird nicht mehr bis zur Pensionierung ausgeübt, kontinuierlich muss umgelernt werden. Jeder Arbeitnehmer soll offen sein, sich neu orientieren können, um berufliche Umstiege zu meistern. Es gilt lebenslanges Lernen.

Doch was ist Lernen? Lernen findet immer, jeden Tag und zu jeder Zeit statt. Lernen bedeutet aber nicht auswendig lernen. „Gehirngerechtes Lernen“ oder „Neuroplastizität“ sind Schlagwörter, doch was bedeuten sie? Nervenzellen, und da besonders die Synapsen, modifizieren sich durch ihre eigene Tätigkeit selbst. Das Gehirn ändert sich mit seinem Gebrauch und hinterlässt Gedächtnisspuren (vgl. Spitzer, 2010). Lernen gelingt daher besser, wenn es an bestehendes Wissen anknüpfen und einen Bezug zur Lebenswelt des Lernenden herstellen kann (vgl. Hille, 2013). Lernen lässt sich nicht beobachten. Messbar sind lediglich seine Auswirkungen und Anwendungen in Form von Aktivitäten oder Leistungen.

Fakt ist, dass Lernen – und somit auch der damit verbundene Unterricht – modifiziert werden müssen. Der Wandel vom Müssen zum Wollen und Können muss vollzogen werden. Bilden ist sich bilden. Für die schulische Bildung bedeutet das, dass Eigenverantwortung, Selbsttätigkeit und Selbstaneignung ein zentrales Thema sein müssen. Bildung ist in der heutigen Zeit kein Privileg mehr, sondern eine Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und solidarisches Miteinander-Leben (vgl. Lucyshyn, 2007).

Kompetenzorientiertes Arbeiten mit den Bildungsstandards, einschließlich deren Überprüfung, hat zum Ziel, Wissen flexibel und nachhaltig präsent zu haben, damit weitere schulische Lernschritte auf diesen Grundkompetenzen in weiterführenden Bildungseinrichtungen gesetzt werden können. Diese Grundlage fördert Kreativität und Innovation und ermöglicht den Bürgern eine uneingeschränkte Teilhabe an Wirtschaft und Gesellschaft (vgl. Rat der Europäischen Union, 2008).

Bildungsstandards sind in Österreich als Regelstandards konzipiert. Sie definieren Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler bis zur  4. Schulstufe bzw. der 8. Schulstufe an grundlegenden Inhalten nachhaltig erwerben sollen. Die Bildungsstandards entwickeln den Unterricht vom Belehren zum selbstverantwortlichen Lernen. Dadurch kann der entscheidende Schritt in Lernprozessen vom Wissen zum Können und damit zu einer Kompetenzentwicklung stärker angeregt werden (vgl. Rothböck, 2010).

Aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler heißt das:

„Hilf mir es selbst zu tun, dann hilfst du mir, ich selbst zu werden“. (Candolioni, 2007)

Die Schülerinnen und Schüler, die solch einen Unterricht besuchen, an unserer Schule wird dieser in 6 Klassen gelebt, sind diese selbst aktiv und bearbeiten den Lernstoff vertiefend im Selbststudium. Durch eine organisierte Lernumgebung, ausführliche, auf die Klasse abgestimmte, Arbeitspläne gelingt den Kindern ein selbst gesteuertes Lernen schon ab der 1. Schulwoche.

Durch inhaltliche Klarheit und gute Strukturierung ergibt sich ein hoher Anteil an echter Lernzeit. Weiters tragen eine konsequente Schülerorientierung, der Einsatz von unterschiedlichen Methoden, Sozialformen und Medien, von verschiedenen Lernstrategien und Präsentationstechniken und variierenden und individuellen Förderungen und eine transparenten Leistungserwartung zu einer kompetenzorientierten Unterrichtsqualität bei.

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